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Wenn die Schatten fliehen,
ist die Welt in Dunkel getaucht.

Wenn das Leuchten verblasst,
sehen deine Dinge in die Weite.

Wenn die Sinne versagen,
fühlst du alles in einem Grau.

Wenn du Farben denkst,
erhebst du das Ich.

Wenn alles offen wäre,
dein Blick wäre klar.

Du fliehst deiner Wahrheit,
mit geschlossenem Herz.

Ein Dieb nur,
ohne Verstand.

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Boser

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Frost im Nacken


Gib Worte, gib Laute
Sei arm, sei reich,
Hab Stille, mach Laut.

Wiege, kämpfe, tanze
Dich, gib das Du
Nimm ein Ich
Sei Demut, Hochmut, Hass
Niemals Liebe, niemals

Zünde am Herzen
Gib deinen Hauch der Flamme
Atme durch das Licht
Lösche kalt, die Glut
Den Blick hinter Glas

Frost im Nacken

Verachte, das Brennen
Nimm es wieder
Leugne, Lüge, sei ein Nein.
Panzer deiner Haut,
Schild um Schild.
Welche Hand, greift sich Dein.

Frost im Nacken

"

Boser

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1989

Einer von Fünf.

Fühle mich zu jung, das hier ist zu erwachsen für mich,
begreife nicht, was Gefängnis heisst. Spüre es nur.

An den verschlossenen Türen, am Licht das brennt, in der Nacht,
am Ton der Uniformen, menschliche Laute, die sich ergänzen
durch Metall und routinierter Strenge. Ausgeliefert.

Unter Menschen, deren Blicke ein Lauern ist, deren Lächeln erlernt, angepasst.
Oder Verachtung, oder Hass. Deren Mitleid, Worte aus brennendem Papier. Schauermärchen.

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©kosmos64

©kosmos64

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In dieser Ferne

Geh fort, geh fort.


Lass keinen Blick zurück, nimm alles,
was dich trägt und wanke nicht.

Geh stehend, aufrecht, in Schritten,
durchmesse was du suchst, finde wo du bist.

Ein kleiner Stein, in diesen Augen, verwirf,
was Last bedeutet. Schweige nicht, sag es,
durch deinen Spiegel.

Dein Bauch fühlt noch nach,
dein Geist schwebt dorthin, in den Kreis,
der langsam schließt, das Herz.

Fühle dich neu, in keiner Welt ist Trauer,
die steht verlassen,
im Licht der eigenen Unsichtbarkeit.

Das hat kein Dunkel, nur Farben,
das Leuchten deiner Angst, besiegt,
wird auch ein Schrei, du weißt,
was fallen ist, dein Abenteuer.

Worte

Den Worten Gewicht zu geben, sie abzuwägen,
nach ihrem Gehalt und ihrem Sinn zu ordnen,
das ist die Aufgabe, derer wir uns ein Leben lang stellen,
gleich in welcher Sprache …

In unseren Augen, formen sich die Laute,
über unsere Lippen teilen wir sie
und finden die Gemeinsamkeiten,
der Seelen - 
wenn wir beginnen zu verstehen.

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Seelen entblättern sich

Seelen entblättern sich herbstlich
erheben sich in den Frühling

Gefärbte Seelen in frischem Grün

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© by kosmos64 - 2004

© by kosmos64 - 2004

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Oftmals nützt uns das Wissen um eine Sache nichts, wenn wir dieser nicht offen und ehrlich entgegen stehen. Im Gegenteil. Gerade dann kehrt sie sich um, gegen uns und der Mensch ergreift das Wesen seiner eigenen Ignoranz, mit der Hand des Schmerzes.

Das Glühen, das sich dann in die inneren Winkel des Bewusstseins legt und uns brennen lässt, bedarf einzig einer wahrhaften Läuterung hin zur Erkenntnis, dass sich die verborgenen Dinge, also jene, die wir selbst verbergen vor uns, nur durch erhellen der inneren Struktur, unseres Charakters, als Mittel gegen diesen Schmerz eignet.

Das gehen durch das Feuer ist ein uraltes Ritual, und fast vergessen, denn das Feuer selbst wird als Ursache für den Schmerz begriffen, nicht aber seine Natur als Medium.
So ist das neue Ritual, dieses Medium zu ersticken, es mit einem Gegenfeuer unschädlich zu machen, nicht nur im Begriff die Wahrhaftigkeit, die Aufrichtigkeit zu vergessen, sondern schlimmer noch, zu leugnen.

Der Begriff alleine reicht dann nicht mehr, da er durch eine komplexe Handlung seiner eigentlichen Bestimmung entzogen wird, genauso, wie sich der Mensch der Verantwortung entzieht mit Hilfe von allerhand Mitteln, die er gleich einer Medizin, in immer höheren Dosen zu Rate zieht.

Klarheit, ersetzt durch Wahnsinn.

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Boser

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